Praxis-Knowhow für den Boden
Tipps für professionelle Untergrundvorbereitungen

Wie lassen sich Untergründe am Boden fachgerecht vorbereiten und worauf ist dabei zu achten? Fachexpertin Nadja Körbel von Festool gibt Tipps für die ideale Untergrundvorbereitung.

 

Bei Renovierungs- bzw. Sanierungsaufträgen stehen meist Arbeiten im Innenbereich von Häusern oder Wohnungen an. Egal für welche Beläge oder Beschichtungen sich der Auftraggeber entscheidet, die Untergrundvorbereitung spielt dabei eine wichtige Rolle. Im Folgenden gibt es Tipps für die Untergrundverarbeitung am Boden.

 

Vorbereitende Arbeiten bei Bodenrenovierungen

 

Bei alten Estrichböden ist grundsätzlich darauf zu achten, dass man sie vor der Verlegung bzw. weiteren Bearbeitung komplett von allen Restbelägen befreit und sehr gut absaugt. Werden Unebenheiten durch Nivelliermasse ausgeglichen, kann durch das Einweichen der Altlasten und der Grundierung die Haftung komplett versagen. Damit ist der Aufbau bis zur Verklebung nicht mehr tragfähig. Weitere Gründe sind beispielsweise das Auftragen von Spachtelmasse während des Trocknungsvorgangs, sowie Bewegungen im Holz oder bei homogenen Belägen. Bodenlegerin und Festool Schulungsreferentin Nadja Körbel empfiehlt: „Sollten Unebenheiten und Risse im Estrich bestehen, rate ich dazu, sie fachgerecht zu beseitigen, da sonst später Nacharbeiten und Regresskosten entstehen können. Wird eine schwimmende Verlegung bevorzugt, reicht eine trockene und feste, aber ebene Fläche aus. Diese wird vor dem Verlegen vollflächig mit einer PE-Folie abgedeckt, die jeweils an den Wänden einige Zentimeter herausragt. Grundsätzlich ist es zu empfehlen, die kompletten Altlasten – allein schon aus hygienischen Gründen – restlos zu entfernen“, erklärt Nadja Körbel.

 

Generelle Tipps zum Abtragen der Altbeläge und Beschichtungen

 

Sanierungs- und Renovierungsarbeiten werden oft mit hohem Arbeitsaufwand durchgeführt. So werden mit Hilfe von Bohrhämmern oder Winkelschleifern Putz, Kleber, Farbe oder andere Beschichtungen umständlich entfernt. Festool bietet mit seinem RENOFIX Sanierungsschleifer RG 130 eine komfortablere Lösung, um alte, hartnäckige Kleberreste mittels einer entsprechenden Frässcheibe effizient und vor allem staubarm abgetragen. Der RG 130 ist der handliche, leistungsstarke Schleifer, der durch den federnd gelagerten Bürstenkranz und die patentierte Absaugspirale für nahezu staubfreie Ergebnisse sorgt. Daneben gibt es zwei weitere RENOFIX Geräte: Die Renovierungsfräse RG 80 ist ideal für kleine und mittelgroße Flächen, die an der Wand oder auch mal über Kopf zu erledigen sind. Die Renovierungsfräse RG 150 ist mit ihrem ebenso breiten Zubehörsortiment ideal für einen schnellen Fortschritt auf größeren Flächen – also eher für Böden.

 

Wie man Risse im Estrich richtig bearbeitet

 

Bodenlegerin Körbel empfiehlt, Risse im Estrich unbedingt zu schließen, indem abgerissene Teile mit Wellenverbindern und Epoxidharz wieder verbunden werden. Zur Vorbereitung von mineralischen Baustoffen wie Fliesen, Beton, Estrich oder Trockenbauplatten kommen in vielen Gewerken üblicherweise Winkelschleifer zum Einsatz. Meist ist dabei das Staubaufkommen sehr hoch, da beim Trennen von mineralischen Materialien eine erhebliche Menge an Feinstaub entsteht. Das birgt Gesundheitsrisiken für alle Beteiligten im Umfeld. Um bei solchen Sanierungsarbeiten die Staubbelastung zu vermeiden, hat Festool das Freihand-Trennsystem DSC-AG 125 FH als staubfreie Lösung entwickelt. Zu- und Ausschnitte mineralischer Baustoffe lassen sich mit dem Trennsystem – einem Winkelschleifer mit kompakter Absaughaube – nahezu ohne Staub vornehmen. Zudem erlaubt das System freie Sicht auf den Schnitt. So sind dank der zurückklappbaren Haube sogar Schnitte bis an die Wand möglich. Um effizient und staubfrei zu trennen, rät Nadia Körbel zum Trennsystem den passenden Absaugmobil CTM 36 E AC RENOFIX mit automatischer Hauptfilterabreinigung.

 

Tipps für neue Estriche

 

Bei neu vergossenen Estrichen muss nach dem Reinigungsschliff der Sinterschicht auf der gesamten Fläche und dem Kappen der Estrichnasen an den Rändern unbedingt die Restfeuchte überprüft werden. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Fachgerecht und sicher wird dies über eine CM-Messung ermittelt. Nadja Körbel hierzu: „Es ist wichtig, gerade bei vollflächigen Verklebungen auf die unterschiedlichen Untergründe fachgerecht einzugehen.“

 

Passendes Licht bringt Mängel an den Tag

 

Gute Lichtverhältnisse werden meist vernachlässigt. Bodenlegerin Körbel empfiehlt allerdings grundsätzlich eine ausführliche Prüfung und Einschätzung des Untergrunds – bereits vor der Angebotserstellung. Denn eine nicht sorgfältig geprüfte Oberfläche kann im Nachhinein zu Überraschungen und zu viel Nacharbeit führen. Als Praxistipp rät die Fachexpertin insbesondere das Streiflicht SYSLITE STL 450 zur Prüfung zu verwenden. Es bündelt das Licht optimal und ist ideal zur Kontrolle von Oberflächen. Das Streiflicht ist variabel in Höhe und Neigung – mit passendem Stativ sowie langem Kabel optimal für einen großen Einsatzbereich. Der Kunde soll letztendlich mit der Handwerkerleistung zufrieden sein, denn für ein perfektes Ergebnis ist eine professionelle Untergrundvorbereitung Voraussetzung – ganz gleich, für welche Boden-Beläge bzw. Beschichtungen sich der Kunde entscheidet.

 

Den Sanierungsschleifer RENOFIX RG 130 gibt es ab September 2021 im neuen Systainer³ und lässt sich damit auch in die bott vario3 Fahrzeugeinrichtung integrieren. Neben diesen Empfehlungen für den Boden bietet Festool auch Tipps für die Untergrundvorbereitung an Wand und/oder Decke.

 

Weitere Informationen auf
Festool/Renofix

Bildnachweis: Festool GmbH